ALLGEMEINE FRAGEN ZUM PROJEKT

Was bedeutet automatisiertes Fahren?
Die Shuttles erhalten keine eigenen Fahrspuren, sondern sind Teilnehmer des innerstädtischen Verkehrs. Daraus ergeben sich besondere Anforderungen an die Streckenausrüstung und an die Technologien. Automatisiertes Fahren bedeutet in diesem Fall, dass die zu fahrende Strecke festgelegt und im Fahrzeug einprogrammiert ist. Es folgt dann dieser „virtuellen Schiene“. Sobald die Sensoren eine mögliche Gefahrensituation melden, bremst das Fahrzeug sofort ab. Muss das Shuttle Hindernisse umfahren, ist vorerst noch ein Eingreifen der Begleitperson erforderlich.
Welche Art von Shuttles werden fahren?
Die hoch-automatisierten Fahrzeuge der Firma Navya bieten maximal zehn Fahrgästen Platz. Auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen haben mittels einer Rampe leicht Zugang. Die maximal zugelassene Geschwindigkeit beträgt derzeit 18 km/h.
Ab wann fahren die Busse?
Der Betrieb mit Fahrgästen ist ab 2021 geplant. Im Herbst 2020 finden die ersten Testfahrten statt.
Was kostet das Projekt?
Das Projektvolumen beträgt 15,12 Millionen Euro, wovon 12,01 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert werden. Die Differenz wird durch die Eigenanteile der Industriepartner gestellt.
Wie ist das Projekt aufgebaut?
SMO besteht aus fünf Teilprojekten:
1. Projektmanagement & wissenschaftliche Begleitforschung
2. Operativer Betrieb
3. Remotecontrol
4. Shuttle Upgrade: KI, Deep Learning, Record, V2X
5. Mensch-Maschine-Interaktion.
Die Teilprojekte sind wiederum in 22 Arbeitspakete aufgegliedert.
Welchen Zweck erfüllt die Leitwarte in Hof?
Die Leitstelle befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase. Es werden Algorithmen zur Übertragung von Videodaten und Steuerbefehlen entwickelt und in eine Gesamtarchitektur integriert. Das Ziel der Leitstelle ist es, die technologische Innovation der Teleoperation weiterzuentwickeln. Dabei soll das Potenzial einer solchen zentralen Leitstelle als nächster Schritt zum Fahren ohne Operator im Fahrzeug untersucht und demonstriert werden.
Die Leitstelle wird zunächst prototypisch bei Valeo in Kronach aufgebaut und erprobt. Nach erfolgreichen Tests wird die Hardware in das Hofer Leitwartenbüro integriert. Nacheinander werden drei Fahrzeuge (eines von jedem Standort) an die Leitwarte angebunden, sodass schließlich eine Verbindung zu diesen Shuttles der Modellregion Oberfranken hergestellt werden kann.

FRAGEN ZUM BETRIEB DER BUSSE

Wie schnell fährt das Shuttle?
Die Fahrzeuge sind derzeit für eine Geschwindigkeit bis 18 km/h zugelassen. Die Shuttles können zwar schneller fahren, allerdings wird diese Geschwindigkeit derzeit in Deutschland nicht genehmigt. Durch die Erfahrungen in SMO kann die Sensorik weiter verbessert werden, um höhere Geschwindigkeiten in Zukunft zu ermöglichen.
Was kostet die Fahrt?
Die Mitfahrt wird kostenlos sein.
Fahren die Shuttles elektrisch?
Ja, die Fahrzeuge sind mit einem Elektromotor ausgestattet und daher lokal 100 % emissionsfrei.
Kann ein Rollstuhl oder Kinderwagen mit?
Beides kann mitgenommen werden. Die Shuttles sind zudem mit einer Rampe für ein barrierefreies Einsteigen ausgestattet. Außerdem gibt es pro Shuttle eine Vorrichtung zur Befestigung eines Rollstuhles.
Gibt es eine*n Ansprechpartner*in im Bus?
Ja. Bis auf weiteres werden automatisierte Fahrzeuge von einem sog. Operator begleitet. Deren Aufgabe ist es, den Betrieb zu überwachen und in kritischen Situationen einzugreifen. Das ist so vorgeschrieben.
Kann das Fahrzeug Verkehrszeichen sehen?
Da die Route einprogrammiert ist und das Fahrzeug sich mittels Sensoren orientiert, weiß es, wo welche Schilder stehen. Das Shuttle kann derzeit also noch keine Verkehrszeichen verstehen, aber als Objekte erkennen.
Wie orientieren sich die Fahrzeuge?

Dass Shuttles unvorhergesehene Wege fahren, ist auszuschließen. Den Fahrzeugen wird eine exakt zurückzulegende Route einprogrammiert – sie fahren somit wie auf virtuellen Schienen und immer auf dem gleichen Weg. Bei der Programmierung werden gleich die Verkehrszeichen mitberücksichtigt, da das Shuttle diese nicht selbst lesen kann. Bei Ampelanlagen ist dies ein wenig komplizierter, da das Signal ständig wechselt. Daher wurde eine „V2X“-Kommunikaton installiert, um das Ampelsignal über Funk an das Fahrzeug weiterzugeben. V2X steht für „Vehicle-to-everything“.

Die Lokalisierung findet über mehrere Wege gleichzeitig statt. Bei der Routenprogrammierung wird gleichzeitig die Umgebung digitalisiert, wodurch den Shuttles eine Referenzkarte in 3D vorliegt. Mithilfe seiner Sensorik vergleicht das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Umgebung mit der Referenzkarte und prüft seine Position. An einigen Stellen kommen nicht genügend Referenzpunkte für ein vollständiges Bild zusammen. Man behilft sich dann wie z.B. in Rehau damit, sog. Landmarken an den Straßenlaternen anzubringen. Außerdem wird durch die automatische Lokalisierung via GPS jederzeit die korrekte Position der Shuttle sichergestellt, ergänzt noch durch die sog. Odometrie, d.h., das Shuttle zählt die Anzahl seiner Radumdrehungen sowie den Lenkeinschlag mit und weiß dadurch, wo es sich gerade befindet.

Kann der Bus falsch fahren?
Da die Fahrstrecke fest einprogrammiert ist, kann der Bus nicht vom Weg abkommen.
Wie erkennen die Fahrzeuge Hindernisse?

Die in den Shuttles verbaute Sensorik dient aber nicht nur zur Orientierung, sondern auch zum Erkennen von Hindernissen. Dies können parkende Fahrzeuge oder Lieferwagen, aber auch Fußgänger sein, die die Straße kreuzen. Sobald die Sensoren ein Hindernis erkennen, entscheidet das Fahrzeug in Echtzeit, ob es abhängig vom Abstand zwischen Hindernis und Fahrzeug langsamer wird oder ganz zum Stillstand kommt. Bei abrupt aufkommenden Hindernissen bremst das Shuttle entsprechend stärker ab. Oft ist das Shuttle auch vorsichtiger und bremst frühzeitiger als Autofahrende, da durch die Sensoren eine permanente 360°-Überwachung der Umgebung sichergestellt ist und Gefahren schneller registriert werden.

So kann es vorkommen, dass ein Shuttle seine Geschwindigkeit reduziert, obwohl von außen betrachtet keine Gefahr vorzuliegen scheint. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Passanten zu nah von der Seite an das Shuttle herantreten oder andere Autofahrende zu dicht vorbeifahren. Blockiert ein Hindernis die virtuelle Schiene, kann das Shuttle es zurzeit noch nicht im automatisierten Modus umfahren. In diesem Fall muss der Operator heute noch eingreifen und die Steuerung übernehmen.

Ist das Fahrzeug sicher?
Die Shuttles verfügen über mehrere Lidar-Sensoren. Mit diesen nehmen sie die Umgebung wahr und bremsen, sobald andere Verkehrsteilnehmende zu nahekommen. Durch die hohe Empfindlichkeit und die begrenzte Geschwindigkeit ist eine ausreichende Sicherheit gewährleistet. Außerdem müssen die Fahrgäste während der Fahrt sitzen und angeschnallt sein. Das Stehen ist nur den Operatoren erlaubt. Das Shuttle ist als Fahrzeug vom TÜV abgenommen.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge wie die selbstfahrenden Kleinbusse sind bei niedrigen Geschwindigkeiten kaum zu hören. Hier hat der Gesetzgeber inzwischen nachjustiert, denn bis Mitte 2021 müssen Neufahrzeuge mit einem zusätzlichen Akustiksignal ausgestattet sein. Fußgänger in Hof, Kronach und Rehau brauchen also keine Sorge zu haben, von dem Shuttle plötzlich überrascht zu werden, denn auch die Shuttles wurden inzwischen nach positiven Tests durch den TÜV nachgerüstet.

KANN ICH EINE WEITERE FRAGE STELLEN?

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